Kurpjuweit

 

    Über meinen Namen:

Wenn ich nach meinem Nachnamen gefragt werde passiert es häufig, dass ich ihn Buchstabieren muss: Konrad-Ullrich, Richard-Paula, Julius-Ulrich, Wilhelm-Emil, Ida-Theodor. Mein Name mutet wie ein Zungenbrecher an, dabei ist er doch eigentlich ganz einfach.

Oft habe ich mich gefragt, ob ich nicht einfach Schulze, Meier oder Schmitz heissen kann. Aber auch bei diesen bleiben einem Fragen nach der richtigen Schreibweise nicht erspart.

Weiss man bei Schulze, Meier und Schmitz zumindest woher der Name stammt, ist das bei meinem Namen nicht so ganz offensichtlich. Auch die Bedeutung erschließt sich nicht sofort.

Meine Großeltern väterlicherseits lebten bis zum Ende des zweiten Weltkrieges in Ostpreußen. Das liegt zum einen Teil in heutigen Polen und zum anderen in Russland, genauer zwischen Weichsel und Memel.

In Ostpreußen ist mein Nachname in unterschiedlichen Schreibweisen mit jeweils "p" oder "b" und "je" oder "ju" verbreitet: Kurpjuweit, Kurpjeweit, Kurbjuweit, Kurbjeweit.

Kurpius ist die ostpreußische (auch in Teilen des Baltikums) Bezeichnung für den Schuhmacher.

Weit bedeutet Spross, Kind oder Ast. Als Suffix wird es verwendet wie im skandinavischen „Gustavson” oder „Pettersson”, zum Beispiel bei „Willuweit” (=„Wilhelms Sohn”).

Kurpjuweit ist also ein sekundäres Patronym und bedeutet soviel wie „Kind des Schuhmachers”.

Last update: 18.12.2011

Wow: 270 Menschen haben
sich bereits hierfür intersseiert!