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Wenn
ich nach meinem Nachnamen gefragt werde passiert es häufig, dass ich ihn
Buchstabieren muss: Konrad-Ullrich, Richard-Paula, Julius-Ulrich, Wilhelm-Emil,
Ida-Theodor. Mein Name mutet wie ein Zungenbrecher an, dabei ist er doch eigentlich
ganz einfach.
Oft habe ich mich gefragt, ob ich nicht einfach Schulze, Meier oder Schmitz
heissen kann. Aber auch bei diesen bleiben einem Fragen nach der richtigen Schreibweise
nicht erspart.
Weiss man bei Schulze, Meier und Schmitz zumindest woher der Name stammt, ist das
bei meinem Namen nicht so ganz offensichtlich. Auch die Bedeutung erschließt
sich nicht sofort.
Meine Großeltern väterlicherseits lebten bis zum Ende des zweiten Weltkrieges in
Ostpreußen. Das liegt zum einen Teil in heutigen Polen und zum anderen in Russland,
genauer zwischen Weichsel und Memel.
In Ostpreußen ist mein Nachname in unterschiedlichen Schreibweisen mit jeweils "p"
oder "b" und "je" oder "ju" verbreitet: Kurpjuweit, Kurpjeweit, Kurbjuweit,
Kurbjeweit.
Kurpius ist die ostpreußische (auch in Teilen des Baltikums) Bezeichnung für
den Schuhmacher.
Weit bedeutet Spross, Kind oder Ast. Als Suffix wird es verwendet wie im
skandinavischen „Gustavson” oder „Pettersson”, zum Beispiel
bei „Willuweit” (=„Wilhelms Sohn”).
Kurpjuweit ist also ein sekundäres Patronym und bedeutet soviel wie
„Kind des Schuhmachers”.
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