Zeiss Ikon Contina


 

 

Hersteller: Zeiss Ikon Stuttgart
Modellbezeichnung: Contina (II)
Modellnummer: 524/24
Typ: Klappbalgen-Sucherkamera
Format: 24mm x 36mm
Film: 35mm Film
Baujahr: 1953
Objektiv: Tessar 1:2.8, f=45mm (Zeiss Opton), 4 Elemente
Verschluß: Synchro-Compur 1/1 - 1/500 + B
Abmessungen: 120mm x 85mm x 43mm
Gewicht: 508 Gramm
Seriennummer: W 65695
Ehem. VK: vermutlich um die 300,- DM
Zustand: A, Funktionstüchtig
Erwerb: Familienbesitz
Geschichte:

Sofort nach der deutschen Währungsreform 1949 erzielte die Zeiss Ikon AG in Stuttgart große Verkaufserfolge mit der neuentwickelten Kleinbild-Faltkamera Ikonta. Als die Kamera dann noch einen Entfernungsmesser erhielt, wurde sie zur Mess-Ikonta 524/24, die im Ausland als Contina II verkauft wurde. Der Entfernungsmesser ist nicht mit dem Objektiv gekuppelt und nicht in den Sucher eingespiegelt.
Die Formgebung der Contina II, der Filmtransport mit Auslösesperre und das Bildzählwerk entsprechen genau der eleganten und teureren Contessa, die von 1950 bis 1955 auf dem Markt war.
Die Ikonta 24x36, die im Ausland als Contina verkauft wurde, war vermutlich das letzte Projekt des legendären Zeiss Ikon Konstrukteurs Hubert Nerwin, bevor er zu Graflex in die USA ging.
Hubert Nerwin verstarb erst Anfang der achtziger Jahre in einem Alter von über 90 Jahren. Dies geschah übrigens sehr überraschend mitten in einem Treffen der Zeiss Historica Society.
Die Contina II wurde bis 1954/55 gefertigt und dann von der starren/kompakten Contina mit Schnellaufzug abgelöst.
Im Jahr 1945 transportierten die Amerikaner leitende Persönlichkeiten von Carl Zeiss Jena in die amerikanische Besatzungszone. Diese Leute gründeten 1946 in Oberkochen die Zeiss-Opton GmbH. Das ab 1951 gelieferte Tessar trägt deshalb auch noch diese Firmenbezeichnung.
Erst ab dem 1. Oktober 1953 durfte die Oberkochener Firma wieder den Namen Carl Zeiss tragen, der von diesem Datum an dann auch in alle Objektive eingraviert wurde. 
Die billigste Kamera dieser Serie, die Contina I mit dem Novar 45mm/3,5 und ohne Entfernungsmesser, kostete damals 195,- DM. Die am besten ausgestattete Kamera der Serie, die exklusive Contessa, kostete 395,- DM. Das war sehr viel Geld, wenn man bedenkt dass der Monatslohn eines Facharbeiters damals etwa 250,- DM betrug. Den Preis für diese, mit dem teuren Tessar  ausgestatteten Contina II hier kenne ich nicht, doch dürfte er wohl um die 300,- DM herum gelegen haben.

Text von: Klaus-Eckard Riess, http://home19.inet.tele.dk/riess/